fiestas sant joan

Feste und Veranstaltungen

Neben ihren natürlichen Reizen lockt die Insel Menorca mit Unterhaltungsangeboten, die sich deutlich vom Trubel der übrigen Inseln abheben. Das Theater und die Musik genie▀en im Unterhaltungsangebot Menorcas einen hohen Stellenwert. Ihnen sind gleich mehrere Festivals und Veranstaltungsreihen gewidmet, die alljährlich in den grö▀eren Orten der Insel stattfinden.
Von besonderem Interesse ist vor allem die jährliche Opernwoche, die das Teatre Principal in Maó veranstaltet, und während derer berühmte Gesangsstars über mehrere Tage hinweg in verschiedenen Opern zu sehen sind. Andererseits sind die Volksfeste der Inseln eine einzigartige Gelegenheit, tiefen Einblick in die eigenständige Kultur zu bekommen.
iglesia

Matances de Bujots

Am Ostersonntag wird in Ciutadella eine interessante Tradition gepflegt. Sie ist als Matances de Bujots bekannt und besteht darin, in den Stra▀en bekannte Persönlichkeiten darstellende Puppen aufzuhängen, die anschlie▀end mit Gewehrschüssen zerstört werden.

Bujots bedeutet Hampelmann, ein abfälliges Wort für jemand, der keine Persönlichkeit hat. In Ciutadella sind die Matances de Bujots (Das Hampelmännerschlachten) eine Gelegenheit, es den Politikern zu zeigen, und alle möglichen kritikwürdigen Situationen zu verdammen.

Es steht nichts darüber in den Analen, wahrscheinlich kommt diese Tradition jedoch von einem antiken Brauch, eine Strohpuppe durch die Stra▀en von Ciutadella zu führen, die daraufhin auf dem Born-Platz verbrannt wurde. Auf einer im Lokal des Cercle Artistic hängenden Photographie von 1883 ist zu sehen, wie eine solche Strohpuppe durch den Ort gezerrt wird.

Auch die Symbolik ist nicht recht klar, alles weist jedoch darauf hin, dass es sich dabei um eine Form handelt, die Fastenzeit voller Dunkelheit und Einschränkungen festlich zu beenden.
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Eine Puppe aus Stroh wird zum Buhmann
Schon lange vor Ostersonntag haben mehrere Einrichtungen und Vereine ihren Bujot fertig, halten ihn aber streng unter Verschluss und zeigen ihn niemandem, bis er an diesem Tag auf die Stra▀en kommt. Dieser Hampelmann ist aus Stroh und hat ein Schild um den Hals, auf dem mit Witz der Grund für die Verhöhnung verkündet wird.

Die zum Schie▀en benutzten Patronen werden speziell dafür in Maó hergestellt. Das sind mit ein wenig Pulver gefüllte und einem Stopfen verschlossene Platzpatronen. Geschossen wird in Salven mit Jagdgewehren und auf jeden dieser Hampelmänner werden von vier bis fünf Schützen circa drei Hundert Schüsse abgegeben.

Beginn ist um 12 Uhr und dann erfüllt sich Ciutadella mit ohrenbetäubendem Lärm. Die Schüsse hören nicht auf, bis der Hampelmann von den Pulverladungen zerstört lodernd herunterfällt, was mehr oder weniger zehn Minuten dauert.

Mit dieser seltsamen Tradition beenden die Leute von Ciutadella die Fastenzeit gereinigt und frei von bösen Omen.
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Sant Joan

Bei den Festas de Sant Joan steht das Pferd im Mittelpunkt ? ganz wie bei den meisten Patronatsfesten der Ortschaften und Städte auf Menorca.

Das Fest zieht sich über drei Tage hin: 'Dia des Be', 'Dissabte de Sant Joan' und der Johannistag 'Sant Joan'.

Dia des Be
Am Vorabend zu diesem Festtag steht ein lebendes Lamm im Mittelpunkt: Die ganze Woche hindurch wurde das Tier täglich gewaschen und gekämmt, und nun wird die ganze Nacht hindurch Wache gehalten, damit es sich ja nicht beschmutzt. Bei Tagesanbruch wird das Lamm mit farbigen Seidenbändern geschmückt, Kreuze werden auf seinen Rücken gemalt, die Hörner werden mit Purpurin gefärbt, und auf seine Stirn wird eine Krone ähnlich wie diejenigen gesetzt, die auch die Pferde bei diesem Fest tragen. 'S?homo des Be' nennt man den Mann, der die Aufgabe übernimmt, das Lamm den ganzen Tag über auf seinen Schultern zu tragen, während er die 'Caixers' bei der 'Capta' begleitet. Bei diesem Ritual werden wichtige Persönlichkeiten überall in der Stadt aufgesucht und zum Fest eingeladen. Der erste Besuch hat dabei dem Haus des Bürgermeisters zu gelten, der zweite wird dem bischöflichen Palast abgestattet. Danach werden öffentliche Würdenträger, wichtige Bürger und Landbesitzer für das Fest 'gewonnen', und selbstverständlich wird die Liste vorher sorgfältigst ausgearbeitet.
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Dissabte de Sant Joan
Zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags bittet 'Es Fabioler' den 'Caixer Senyor', den Zeremonienmeister also, um die Erlaubnis, das Fest eröffnen zu dürfen. Danach reitet er mit Tamburin und Schalmei zu den übrigen 'Caixers' und 'Cavallers' (die 'gewöhnlichen' Reiter) und versammelt sie so zum Reiterumzug, der zunächst am städtischen Krankenhaus vorbei zur Plaza del Born führt, wo der erste 'Caragol' geboten wird, bei denen der Festzug an vorbestimmten Stellen im Kreis reitet: In diesem Fall handelt es sich also um 'Es Caragol des Born'.

Weiter geht es Richtung Sant Joan de Missa, wo die 'Vespres' gesungen werden. Die in Ciutadella versammelte Menge liefert sich unterdessen eine Haselnussschlacht.

Bei Sonnenuntergang kommen die Reiter abermals zusammen. Nun wird die Strecke zwischen der Plaša de la Catedral und der Plaša Nova im Galopp zurückgelegt.
fabioler
Dia de Sant Joan
Um 7 Uhr morgens holt der 'Fabioler' neuerlich die Erlaubnis ein, das Fest eröffnen zu dürfen. Wieder versammelt er die Reiter, die gegen 9 Uhr den 'Caragol de Santa Clara' bilden. Anschlie▀end reiten sie hinab zum 'Pla de Baixamar', wo zunächst ein weiterer 'Caragol' geritten wird, und danach folgen die Reiterspiele ?Ensortilla' und 'Córrer abrašats'.

Bei der 'Ensortilla' müssen die Reiter im Galopp mit einem Stab einen hängenden Reifen treffen. Wer diesen erobert, gewinnt eine grüne Rohrstange, an deren Ende ein Silberlöffel baumelt. Bei 'Ses carotes' treten zwei Reiter nebeneinander an. Sie reiten im Galopp aufeinander zu, und wer die 'Carota' mit der Lanze trifft, (ein Wappen auf dünnem Holz, das ein groteskes Gesicht zeigt), muss sich vom anderen Reiter Schläge mit dessen Lanze (der 'Lladriola') oder mit der Faust gefallen lassen. Das Ziel besteht darin, die 'Carota' zu zerstören, bevor das Spiel zu Ende ist. An dem Spiel 'Córrer abrašats' nehmen ebenfalls zwei Reiter Teil, die wieder im Galopp eine bestimmte Strecke zurücklegen. Auf dem Weg müssen die Pferde so dicht beieinander laufen, dass sich die Reiter vor Erreichen des Ziels die Hand geben, umarmen und küssen können.

Schlie▀lich beendet der 'Caixer Senyor' das Fest mit dem Ausruf 'Fins l?any que ve, si Déu vol' (So Gott will, bis zum nächsten Jahr!) oder 'Fins un altre, si Déu vol' (Bis zum nächsten Mal, so Gott will!). Das glanzvolle Johannis fest der Stadt klingt mit einem eindrucksvollen Feuerwerk aus.
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Ópera Maó

Seit 1972 gibt es im Teatre Principal von Maó wieder eine reguläre Opernspielzeit, mit der die führende Bühne der Hauptstadt der traditionellen Leidenschaft der Menorquiner für diese Genre Genüge tut.

Das Teatre Principal wurde 1829 auf Initiative des auf der Insel lebenden Opernproduzenten und Architekten Giovanni Palagi errichtet. Denn die Oper hatte hier so viel Erfolg, dass die vorherigen Bühnen zu klein geworden waren. 2001 wurde der Bau nach einer grundlegenden Renovierung wiedereröffnet. Das Ambiente des 19. Jahrhunderts blieb vollständig erhalten, doch wurde das Theater mit modernster Technologie ausgestattet: eine vortreffliche Opernbühne.

Carnaval de Alaior

Tanz und Verkleidungen, Wagen- und Reiterumzug, Wettbewerb für Teilnehmer an den Umzügen und Begräbnis des Carnestolte ' dies sind die Höhepunkte bei den verrücktesten Feiern im Festkalender von Menorca.

Die Karnevalstradition von Alaior dreht sich um die Figur des Bernat Figuerola. Die Legende will, dass dieser Schuster auswanderte, um sein Glück in Amerika zu versuchen. Nun kehrt er jedes Jahr zum Karneval in seine Heimatstadt zurück. Gezeichnet von einer schweren Krankheit, gibt er den Zeremonienmeister bei allen Faschingsveranstaltungen. Zusehends von seiner Krankheit aufgezehrt, setzt Figuerola am Faschingsdienstag in weiser Voraussicht ein satirisches Testament auf, das auf dem Marktplatz verlesen wird. Schlie▀lich stirbt die Figur, wird von den Flammen eines gro▀en Scheiterhaufens verzehrt und markiert so den Beginn der vorösterlichen Fastenzeit.
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Club Escola Menorquina

Auf Menorca spielt das Pferd in Kultur und Gesellschaft eine herausragende Rolle. Die Schönheit der reinblütigen menorquinischen Zuchtpferde und der ureigene Dressurstil der Insel ? beides führen uns die Reitschauen eindrucksvoll vor Augen.

Die traditionell gekleideten Reiter und ihre Tiere erfreuen uns mit verschiedenen Darbietungen menorquinischen Dressurreitens. Eine Show voller Tradition, bei der die Liebe der Inselbewohner zum Pferd deutlich wird.
Club Escola Menorquina - Crta. Cala Galdana, km 0.5 - Ferreries - Tel: +34 971 373 497

Ganadería Son Martorellet

Wie sehr man auf Menorca die Pferde liebt, kommt auf herrliche Weise in dieser Reitschau zum Ausdruck: reinrassige menorquinische Zuchtpferde, geritten im für die Insel typischen Dressurstil.

Diese phantastische Reitschau, bei der Reiter und Pferde ihre ganze Kunst zeigen, darf man sich einfach nicht entgehen lassen: prachtvolle menorquinische Zuchtpferde, geritten im für die Insel typischen Dressurstil.
Ganadería Son Martorellet - Crta. Cala Galdana, km 1.5 - Ferreries - Tel: +34 609 049 493/
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